Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung – BU Versicherung einfach erklärt

Das Ausmaß der finanziellen Auswirkungen, die eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit haben kann, ist den meisten Menschen nicht bewusst. Wussten Sie, dass die durchschnittliche Erwerbsminderungsrente in Deutschland 2022 nur 933,04 Euro pro Monat betrug?

In diesem Artikel erklären wir Ihnen, was eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist und wie sie Sie vor solchen schwerwiegenden finanziellen Folgen der Berufsunfähigkeit schützen kann – ganz einfach erklärt!

Sie erhalten wertvolle Tipps sowie Empfehlungen und erfahren, was Sie bei der Auswahl und Abschluss der BU-Versicherung beachten müssen.

Zusammenfassung

  • Eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) bietet finanzielle Unterstützung in Form der Berufsunfähigkeitsrente, wenn man aufgrund von Krankheit oder Verletzung nicht mehr in der Lage ist, seinen Beruf auszuüben.
  • Die private BUV zahlt eine monatliche Rente, wenn die versicherte Person zu mindestens 50% berufsunfähig ist.
  • Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente bietet begrenzten Schutz und ist oft nicht ausreichend. Eine private BU-Versicherung kann zusätzlich zu einer Lebens- oder Rentenversicherung abgeschlossen werden.
  • Die BU hat sowohl leistungserweiternde als auch leistungseinschränkende Klauseln und Vertragsbedingungen, die Sie vor dem Abschluss beachten sollten.
  • Die Kosten hängen vom Gesundheitszustand, dem Beruf und dem Alter ab. Je früher Sie abschließen, desto günstige die Beiträge bis zum Ende der Laufzeit.
  • Wenn aufgrund von Vorerkrankungen oder teuren Risikozuschlägen keine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen können, gibt es einige Alternativen.

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Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine Art Versicherung, die eine monatliche BU-Rente zahlt, wenn eine Person aufgrund von Krankheit oder Verletzung nicht mehr in der Lage ist, ihren Beruf auszuüben.

Der Verlust der Arbeitsfähigkeit kann zu erheblichen finanziellen Schwierigkeiten führen, insbesondere wenn der Betroffene der Hauptverdiener ist. Die private BU-Versicherung tritt hier als Absicherung ein und zahlt in der Regel eine monatliche Rente in vereinbarter Höhe aus, sobald die versicherte Person zu mindestens 50% berufsunfähig ist.

Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente bietet nur begrenzten Schutz und ist oft nicht ausreichend, da die Voraussetzungen strenger sind und der Betrag deutlich niedriger ist als das bisherige Einkommen.

Es gibt verschiedene Arten von BU-Versicherungen wie die selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung oder die Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung (BUZ), welche zusätzlich zu einer Lebens- oder Rentenversicherung im Rahmen der privaten Altersvorsorge abgeschlossen wird.

Die genaue Gestaltung des Versicherungsschutzes wird durch die individuellen Bedürfnisse und den Gesundheitszustand des Versicherten bestimmt.

Wann und für wen ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Die Absicherung der Arbeitskraft ist für alle lohnabhängig Beschäftigten sinnvoll, genauso wie für Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst.

Denn die staatliche Erwerbsminderungsrente für gesetzlich Versicherte in der Rentenversicherung und die Mindestversorgung der Beamten reicht meist nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard weiter aufrechterhalten zu können.

Besonders sinnvoll und wichtig ist die BU für Selbstständige und Freiberufler, die keinerlei Ansprüche auf gesetzliche Leistungen haben, es sei denn, sie zahlen in die freiwillige Rentenversicherung.

Experten und Fachleute der Stiftung Warentest sowie der Verbraucherzentrale empfehlen den möglichst frühen Abschluss einer BU-Versicherung bereits als Kind bzw. Schüler, Azubi oder Student.

Es gibt sehr viele Anbieter und Tarife für die BU. Mit unserem Berufsunfähigkeitsversicherung Vergleich finden Sie die am besten geeigneten Tarife mit gutem Preis- Leistungsverhältnis

Wie hoch sollte die Berufsunfähigkeitsrente sein?

Hier präzise und kurze Antworten auf die Frage nach der idealen Höhe der Berufsunfähigkeitsrente:

  • Die Berufsunfähigkeitsrente sollte etwa 60-80% des aktuellen Nettoeinkommens betragen
  • So kann der bisherige Lebensstandard auch bei Berufsunfähigkeit gehalten werden
  • Bei niedrigem Einkommen kann auch eine Rente von 90% sinnvoll sein
  • Bei hohem Einkommen genügen oft auch 50-60%, da hier Einsparpotenzial besteht
  • Die konkrete Höhe hängt von den individuellen Lebensumständen ab
  • Wichtig ist, dass die laufenden Kosten und eventuelle Kredite bedient werden können
  • Am besten beraten lassen, um die optimale Versicherungssumme zu ermitteln

Bis wann sollte die Laufzeit gewählt werden

Hier eine Zusammenfassung, bis wann die Laufzeit einer Berufsunfähigkeitsversicherung idealerweise gewählt werden sollte:

  • Die Laufzeit sollte bis zum Eintritt in den Ruhestand bzw. bis zum Beginn der Altersrente gewählt werden (derzeit Regelaltersgrenze 67 Jahre)
  • Nur so ist sichergestellt, dass man bis zum Ende des Erwerbslebens abgesichert ist
  • Kürzere Laufzeiten sind verlockend wegen der niedrigeren Beiträge, bergen aber die Gefahr von Versorgungslücken
  • Bei kürzeren Laufzeiten drohen hohe Kosten, wenn man die Police später verlängern möchte
  • Eine spätere Verlängerung ist meist nur mit erneuter Gesundheitsprüfung möglich, was das Risiko birgt, abgelehnt zu werden
  • Ausnahme: Manche Anbieter erlauben eine Verlängerung ohne Gesundheitsprüfung, wenn die Regelaltersgrenze angehoben wird
  • Für Personen in körperlich anstrengenden Berufen kann es Einschränkungen der maximalen Laufzeit geben
  • Akademiker und Büroberufe können in der Regel bis 67 Jahre versichert werden
  • Fazit: Idealerweise bis zum Renteneintritt versichern, um lückenlos abgesichert zu sein

Kriterien zur Bestimmung der Berufsunfähigkeit

Die Definition der Berufsunfähigkeit sowie das Verfahren zur Ermittlung des Grades der Berufsunfähigkeit sind entscheidende Kriterien für den Abschluss einer BUV und ihrer Kosten.

Definition der Berufsunfähigkeit – wann ist man berufsunfähig?

Berufsunfähigkeit definiert sich als der Zustand, in dem eine Person aufgrund von Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall ihren Beruf nicht mehr ausüben kann.

Diese Unfähigkeit muss zu mindestens 50% vorliegen, damit die private Berufsunfähigkeitsversicherung eine BU-Rente zahlt. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Person in einem anderen Beruf arbeiten könnte.

Die Bestimmung der Berufsunfähigkeit erfolgt durch fundierte medizinische Untersuchungen. In vielen Fällen kann sogar eine Person, die unter Pflegestufe 1 fällt, Anspruch auf eine BU-Rente haben.

Die Bewertung der Berufsunfähigkeit basiert jedoch nicht nur auf dem aktuellen Gesundheitszustand, sondern auch auf den spezifischen Anforderungen des ausgeübten Berufs.

Beispiel für Berufsunfähigkeit: Ein Musiker mit einer Handverletzung könnte beispielsweise als berufsunfähig eingestuft werden, während ein Büroangestellter mit der gleichen Verletzung dies möglicherweise nicht wäre.

Die Stiftung Warentest und zahlreiche weitere Rating-Agenturen haben BU Tarife und Anbieter im Test verglichen. Hier sind die Berufsunfähigkeitsversicherung Testsieger im Vergleich. 

Verfahren zur Ermittlung des Grades der Berufsunfähigkeit

Das Verfahren zur Ermittlung des Grades der Berufsunfähigkeit ist ein komplexer Prozess. Dieser Prozess umfasst eine Vielzahl von Kriterien und Schritten:

  1. Untersuchung des Gesundheitszustandes: Hierbei spielt die Krankheitsvorgeschichte des Versicherten eine wichtige Rolle.
  2. Betrachtung des Tätigkeitsprofils: Es wird geprüft, ob der Versicherte seine beruflichen Aufgaben noch erfüllen kann.
  3. Beurteilung durch einen Facharzt oder Gutachter: Sie sind für die endgültige Bewertung der Berufsunfähigkeit zuständig.
  4. Bedeutung der Lebensstellung: Es wird überprüft, ob der Versicherte seinen aktuellen Lebensstandard halten kann.
  5. Überprüfung der prognostizierten Dauer der Berufsunfähigkeit: Die Einschätzung basiert auf medizinischen Fakten und Beweisen.
  6. Verwendung von Meldebögen und Fragebögen: Diese dienen dazu, Informationen über den Gesundheitszustand und die Arbeitskraft des Versicherten zu sammeln.

Vertragsbedingungen und Klauseln der Berufsunfähigkeitsversicherung – was ist zu beachten?

Die BU-Versicherung beinhaltet wesentliche Klauseln und Vertragsbedingungen wie den Verzicht auf abstrakte Verweisung, Nachversicherungsgarantie, verkürzten Prognosezeitraum und rückwirkende Leistungen.

Eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung sollte möglichst kundenfreundliche Klauseln enthalten und auf Einschränkungen wie abstrakte oder konkrete Verweisung verzichten. Wichtig ist auch die genaue Definition der Berufsunfähigkeit.

Hier eine Übersicht der wesentlichen Klauseln und Vertragsbedingungen einer BUV:

  1. Definition von Berufsunfähigkeit: Vollständige oder teilweise Berufsunfähigkeit, Verzicht auf abstrakte Verweisung, Verzicht auf konkrete Verweisung, Ausübung zuletzt ausgeübter Tätigkeit, Verzicht auf Umorganisation bei Selbstständigen und Unternehmern
  2. Leistungsauslöser: Mindestgrad der Berufsunfähigkeit (z.B. 50%), Karenzzeit bis Leistungsbeginn (z.B. 6 Monate), Prognosezeitraum
  3. Dynamische Erhöhung der Rente (Rentendynamik): Anpassung an Inflation, Erhöhung bei Einkommenssteigerungen
  4. Zusatzleistungen: Nachversicherungsgarantie (z.B. spätere Erhöhung der BU-Rente ohne erneute gesundheitsprüfung), Sofortleistung bei schweren Krankheiten, Leistung bei Arbeitsunfähigkeit, Garantierte Rentensteigerung, Einmalzahlung bei Tod
  5. Versicherungsdauer: Befristung auf bestimmte Laufzeit, Unbefristete Laufzeit, Verlängerungsoption ohne Gesundheitsprüfung
  6. Kündigung und Beitragsfreistellung: Stornierbarkeit in den ersten Jahren, Beitragsfreistellung möglich?, Wiederinkraftsetzung nach Beitragsfreistellung

Verzicht auf abstrakte Verweisung wichtig

Der Verzicht auf abstrakte Verweisung in einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist ein entscheidender Aspekt für die finanzielle Sicherheit des Versicherten. Diese Klausel verhindert, dass der Versicherer den Versicherten auf eine alternative, zumutbare Tätigkeit verweist und somit die Zahlungen einstellt.

Daher erhöht der Verzicht auf abstrakte Verweisung den Schutz des Versicherten und garantiert die Zahlung der Berufsunfähigkeitsrente unabhängig von der Möglichkeit, eine andere Arbeit auszuüben.

Es ist wichtig bei der Auswahl einer BU-Versicherung darauf zu achten, dass diese Klausel im Vertrag enthalten ist, um den höchstmöglichen Versicherungsschutz zu gewährleisten.

Verkürzung des Prognosezeitraums auf 6 Monate

Der Prognosezeitraum für den Leistungsfall einer Berufsunfähigkeitsversicherung wurde auf 6 Monate verkürzt. Diese Verkürzung ermöglicht eine schnellere Auszahlung der Versicherungsleistungen im Falle einer Berufsunfähigkeit.

Früher mussten Versicherte oft monatelang auf eine Entscheidung warten, ob sie Anspruch auf Leistungen haben. Durch die verkürzte prognostische Zeitspanne wird der finanzielle Schutz für Versicherte verbessert.

Insbesondere junge Menschen mit begrenzten finanziellen Mitteln und Familien mit einem alleinigen Ernährer profitieren von dieser Änderung. Jetzt können sie schneller die dringend benötigte finanzielle Unterstützung erhalten, um ihre laufenden Kosten zu decken und ihren Lebensstandard aufrechterhalten zu können.

Rückwirkende Leistung nach 6-monatiger Berufsunfähigkeit

Die BUV kann rückwirkende Leistungen nach einer Berufsunfähigkeitsdauer von 6 Monaten bieten. Das bedeutet, dass die Versicherung ab dem Zeitpunkt der Berufsunfähigkeit rückwirkend Leistungen zahlt.

Dies ist besonders wichtig, da in der Regel Leistungen erst ab dem 7. Monat gezahlt werden. Mit dieser Leistung können Versicherte ihre finanzielle Lücke schneller schließen und ihre Lebenshaltungskosten auch während der Wartezeit decken.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Prognosezeit für die Feststellung der Berufsunfähigkeit noch nicht erreicht sein darf.

Rückwirkende Leistung im Falle verspäteter Meldung

Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist es wichtig, die Berufsunfähigkeit rechtzeitig zu melden. Wenn eine Meldung verspätet erfolgt, kann dies zu einer Verzögerung der Leistungszahlungen führen.

In einigen Fällen ist es jedoch möglich, dass die Leistungen rückwirkend ab dem Zeitpunkt der eigentlichen Berufsunfähigkeit gezahlt werden. Dies hängt jedoch von den Bedingungen des Versicherungsvertrags ab.

Verzicht auf Kündigung bzw. Vertragsanpassung bei unverschuldeter Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht

Im Fall einer unverschuldeten Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht kann der Versicherer den Vertrag nicht kündigen oder anpassen. Dies bedeutet, dass der Versicherungsnehmer geschützt ist, wenn er versehentlich oder unabsichtlich falsche Informationen angegeben hat.

Es ist wichtig zu beachten, dass eine unverschuldete Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht vorliegt, wenn die Informationen nicht absichtlich oder grob fahrlässig falsch angegeben wurden.

In solchen Fällen darf der Versicherer den Vertrag nicht kündigen oder anpassen. Dieser Verzicht auf Kündigung oder Vertragsanpassung bietet dem Versicherungsnehmer also Sicherheit und Schutz vor etwaigen Konsequenzen.

Weltweiter Versicherungsschutz gegen Berufsunfähigkeit

Private BU Versicherung bieten weltweit finanziellen Schutz für Menschen im Falle einer Berufsunfähigkeit. Da die staatliche Absicherung in vielen Ländern begrenzt ist, ist ein weltweiter Versicherungsschutz unverzichtbar geworden.

Mit einer privaten BU-Versicherung erhalten Versicherungsnehmer weltweit eine monatliche Rente, wenn sie zu mindestens 50% berufsunfähig sind. Es gibt zwei Hauptoptionen für private BU-Versicherungen: Die selbstständige BU-Versicherung und die Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung (BUZ).

Beachten Sie jedoch, dass verschiedene Versicherungsunternehmen unterschiedliche Definitionen von Berufsunfähigkeit haben, was zu Unterschieden in der angebotenen Abdeckung führen kann.

Empfehlenswerte Klauseln je nach individueller Situation

In diesem Abschnitt werden empfehlenswerte Klauseln je nach individueller Situation erläutert, um den bestmöglichen Schutz in einer BU-Versicherung zu gewährleisten.

Nachversicherungsgarantie zu bestimmten Anlässen

Die Nachversicherungsgarantie ermöglicht es jungen Menschen, ihre versicherte Berufsunfähigkeitsrente bei bestimmten Anlässen zu erhöhen, ohne eine erneute Gesundheitsuntersuchung durchführen zu müssen.

Besonders wichtig ist diese Garantie für Studenten, Auszubildende und Berufseinsteiger mit geringem Einkommen. Durch die Nachversicherungsgarantie können sie ihre Berufsunfähigkeitsrente an veränderte Lebenssituationen anpassen, zum Beispiel nach Abschluss der Ausbildung, Heirat oder Geburt eines Kindes.

Eine Erhöhung der versicherten Rente sollte jedoch nicht zu höheren Beiträgen oder Risikozuschlägen führen. Einige Versicherungsgesellschaften bieten sogar die Möglichkeit, die Rente ohne besonderen Anlass zu erhöhen, innerhalb bestimmter Fristen und ohne zusätzliche Gesundheits- oder Risikoprüfung.

Vollwertiger BU-Schutz auch nach vorübergehendem oder vorzeitigem Ausscheiden aus dem Berufsleben

Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung bietet auch nach vorübergehendem oder vorzeitigem Ausscheiden aus dem Berufsleben einen vollwertigen Schutz. Das bedeutet, dass selbst wenn man vorübergehend oder vorzeitig nicht mehr berufstätig ist, weiterhin Anspruch auf Leistungen hat, falls man aufgrund von Krankheit oder Verletzung berufsunfähig wird.

Dieser Schutz kann eine monatliche Rente sein, die bei einer Berufsunfähigkeit von mindestens 50% gezahlt wird. Es ist wichtig zu beachten, dass es unterschiedliche Definitionen von Berufsunfähigkeit gibt und daher die angebotene Deckung der Versicherungsanbieter variieren kann.

Zeitlich unbefristetes Anerkenntnis

Ein zeitlich unbefristetes Anerkenntnis ist eine wichtige Klausel in einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie bedeutet, dass der Versicherer dauerhaft das Risiko der Berufsunfähigkeit anerkennt.

Dies hat den Vorteil, dass der Versicherungsnehmer keine erneuten Prüfungen oder Nachweise bei einem zeitlich unbefristeten Anerkenntnis vorlegen muss. Dadurch wird die Sicherheit und Planbarkeit der Berufsunfähigkeitsrente gewährleistet.

AU-Klausel (Arbeitsunfähigkeitsklausel)

Die AU-Klausel (Arbeitsunfähigkeitsklausel) in einer BU ermöglicht es, dass bei kontinuierlicher Arbeitsunfähigkeit eine temporäre monatliche Zahlung erfolgt.

Diese Klausel ist besonders empfehlenswert für Personen, die keine private Krankentagegeldversicherung haben. Sie bietet einen zusätzlichen finanziellen Schutz, falls man aufgrund einer Krankheit oder Verletzung vorübergehend nicht arbeiten kann.

Mit der AU-Klausel erhalten Versicherte eine regelmäßige Zahlung, solange sie arbeitsunfähig sind und die Versicherungsbedingungen erfüllt sind. Es ist wichtig, bei Vertragsabschluss auf das Vorhandensein dieser Klausel zu achten, da sie im Ernstfall eine große finanzielle Unterstützung bieten kann.

Infektionsklausel

Die Infektionsklausel ist eine wichtige Klausel in der Berufsunfähigkeitsversicherung, die bestimmte Berufsgruppen vor den finanziellen Folgen eines Arbeitsverbots aufgrund ansteckender Krankheiten schützt.

Diese Klausel gilt insbesondere für Ärzte, Zahnärzte, medizinisches Personal, Kindergärtner und Köche. Wenn diese Berufsgruppen aufgrund einer ansteckenden Krankheit nicht arbeiten dürfen, kann die Infektionsklausel greifen und ihnen finanzielle Unterstützung bieten.

Dies stellt sicher, dass auch in solchen Fällen eine Absicherung bei Berufsunfähigkeit gewährleistet ist.

Verzicht auf den Zusatz „mehr als altersentsprechendem“ Kräfteverfall

Der Verzicht auf den Zusatz „mehr als altersentsprechendem“ Kräfteverfall erweitert die Definition der Berufsunfähigkeit in der BUV. Mit dieser Klausel werden auch altersbedingte körperliche Veränderungen und Einschränkungen als Grund für die Berufsunfähigkeit anerkannt.

Das bedeutet, dass ältere Menschen leichter eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen können, da ihre altersbedingten körperlichen Veränderungen bei der Feststellung der Berufsunfähigkeit berücksichtigt werden.

Diese Klausel bietet älteren Menschen somit eine bessere Chance, einen angemessenen Versicherungsschutz zu erhalten und finanziell abgesichert zu sein.

Verzicht auf Beitragsanpassung nach § 163 VVG

Versicherungsunternehmen können auf eine Anpassung der Beiträge gemäß § 163 des Versicherungsvertragsgesetzes verzichten. Dies bietet zusätzlichen Schutz für Versicherungsnehmer und deckt individuelle Bedürfnisse ab.

Der Verzicht auf Beitragsanpassung bedeutet, dass die Versicherungsbeiträge nicht automatisch erhöht werden, selbst wenn sich das Risiko oder die Lebensumstände des Versicherten ändern.

Dadurch wird vermieden, dass Versicherungsnehmer unerwartet höhere Beiträge zahlen müssen und ermöglicht ihnen eine bessere Planbarkeit ihrer finanziellen Situation.

Teilzeitklausel

Die Teilzeitklausel ist eine wichtige Klausel in einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie ermöglicht es Versicherten, auch bei teilweiser Berufsunfähigkeit Leistungen aus der Versicherung zu erhalten.

Das heißt, wenn jemand aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls seinen Beruf nur noch in Teilzeit ausüben kann, kann er trotzdem finanzielle Unterstützung erhalten. Diese Klausel bietet eine wichtige Absicherung für diejenigen, die nicht mehr in der Lage sind, in vollem Umfang zu arbeiten, aber dennoch auf ein Einkommen angewiesen sind.

Ein BU-Tarif mit einer Teilzeitklausel kann somit eine sinnvolle Ergänzung zur finanziellen Absicherung bei einer teilweisen Berufsunfähigkeit sein.

Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung

  • Jeder, der eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen möchte, muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen.
  • Bei der Antragstellung müssen wichtige Informationen gemäß den Gesundheitsfragen angegeben werden.
  • Die Kosten einer Berufsunfähigkeitsversicherung hängen von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel Alter, Beruf und Gesundheitszustand.
  • Es ist ratsam, bereits in jungen Jahren eine BU-Versicherung abzuschließen, um günstigere Beiträge zu erhalten.
  • Versicherungsexperten können bei der Auswahl passender BU-Tarife helfen.

Wer kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen?

Jeder erwerbstätige Mensch kann eine BU abschließen. Es spielt keine Rolle, ob man angestellt oder selbstständig ist. Diese Versicherung steht allen offen, die ihr Einkommen durch eine Krankheit oder Behinderung gefährdet sehen.

Es ist jedoch empfehlenswert, eine Berufsunfähigkeitsversicherung möglichst frühzeitig abzuschließen, da die Beiträge in jungen Jahren oft günstiger sind. Die Kosten der Versicherungsprämie hängen von Faktoren wie Alter, Beruf, Gesundheitszustand und Rentenhöhe ab.

Daher kann es vorteilhaft sein, eine BUV bereits in jungen Jahren abzuschließen, um von niedrigeren Beiträgen zu profitieren.

Was muss bei der Antragstellung beachtet werden?

Bei der Antragstellung für eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollten bestimmte Punkte beachtet werden:

  • Alle relevanten Informationen zu Gesundheit und Vorerkrankungen müssen korrekt angegeben werden.
  • Falsche Angaben können zum Verlust des Versicherungsschutzes oder zur Rückzahlung von bereits erhaltenen Leistungen führen.
  • Die Versicherungsprämie hängt von Faktoren wie Alter, Beruf, Gesundheitszustand, Raucherstatus und Risikosportarten ab.
  • Bei der Antragstellung müssen bestimmte Informationen seitens der Versicherungsgesellschaft bereitgestellt werden, wie ein Produktinformationsblatt und die Allgemeinen Versicherungsbedingungen.
  • Die Versicherungsgesellschaft kann den Versicherungsschutz aufgrund von Vorerkrankungen ablehnen, Ausschlüsse festlegen oder Prämienzuschläge erheben.

Welche Kosten sind mit der Berufsunfähigkeitsversicherung verbunden?

Die Kosten für eine private BUV können je nach individuellen Faktoren variieren. Dazu gehören das Alter, der Beruf, der Gesundheitszustand und die vereinbarte Rentenhöhe.

Generell gilt, dass ein früher Abschluss der Versicherung empfehlenswert ist, da die Beiträge in jungen Jahren in der Regel günstiger sind. Es ist wichtig zu beachten, dass die Versicherung Leistungsausschlüsse oder Beitragszuschläge aufgrund von Vorerkrankungen festlegen kann.

Um den genauen Kostenrahmen für eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu erfahren, ist es ratsam, sich direkt an Versicherungsunternehmen oder Versicherungsexperten zu wenden.

Stiftung Warentest hat herausgefunden, dass die Kosten der BU auch bei vergleichbaren Leistungen je nach Anbieter deutllich variieren. Berechnen Sie online mit unserem Berufsunfähigkeitsversicherung Rechner die monatlichen Beiträge und sparen Sie Kosten 

Was tun, wenn die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht mehr benötigt wird?

Wenn Sie feststellen, dass Sie Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung nicht mehr benötigen, haben Sie verschiedene Möglichkeiten. Eine Option ist es, die Versicherung zu kündigen.

Beachten Sie jedoch, dass dies bedeutet, dass Sie keinen Schutz mehr haben, falls Sie in Zukunft doch berufsunfähig werden. Eine andere Möglichkeit ist es, die Versicherung ruhen zu lassen.

Dies bedeutet, dass Sie vorübergehend keine Beiträge zahlen und die Versicherung wieder aktivieren können, wenn sich Ihre Situation ändert. Eine dritte Option ist es, die Versicherung zu verkaufen oder zu beleihen.

Hierbei sollten Sie jedoch die Auswirkungen auf Ihre zukünftige finanzielle Situation sorgfältig abwägen. Es ist auch ratsam, sich mit einem Versicherungsberater oder Experten in Verbindung zu setzen, um die beste Lösung für Ihre individuelle Situation zu finden.

In jedem Fall ist es wichtig, die Entscheidung sorgfältig zu prüfen und mögliche Konsequenzen zu berücksichtigen. Ihr Versicherungsberater kann Ihnen bei der Bewertung Ihrer Optionen behilflich sein und Ihnen helfen, die beste Entscheidung für Ihre finanzielle Sicherheit zu treffen.

Denken Sie daran, dass eine BU-Versicherung ein wichtiger Schutz für den Fall ist, dass Ihre Arbeitskraft beeinträchtigt wird, und es kann ratsam sein, diesen Schutz aufrechtzuerhalten, selbst wenn Sie im Moment keine Berufsunfähigkeit befürchten.

FAQ: Was ist eine BU-Versicherung – einfach erklärt

1. Was passiert, wenn ich voraussichtlich auf Dauer nicht mehr in meinem Beruf arbeiten kann?

Wenn ärztlich festgestellt wird, dass Sie Ihren Beruf voraussichtlich auf Dauer nicht mehr ausüben können, tritt eine berufliche Erwerbsminderung ein. In diesem Fall zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) die vereinbarte Rente, sofern dies vertraglich geregelt ist.

2. Kann ich bei gesundheitlichen Gründen, die zu mindestens 50 Prozent Erwerbsminderung führen, eine BU abschließen?

Eine BU-Absicherung kann schwierig sein, wenn bereits eine gesundheitliche Beeinträchtigung von mindestens 50 Prozent besteht. In solchen Fällen werden alternative Versicherungen wie die Erwerbsunfähigkeitsversicherung empfohlen.

3. Welche Rolle spielt ein Gutachten beim Eintritt der Berufsunfähigkeit?

Ein ärztliches Gutachten spielt eine zentrale Rolle beim Nachweis des Eintritts der Berufsunfähigkeit. Es belegt den Grad der gesundheitlichen Beeinträchtigung ausgestaltet und ob diese voraussichtlich dauerhaft besteht.

4. Wie ist die Erwerbsminderung in der Altersvorsorge berücksichtigt?

In der privaten Altersvorsorge kann eine Erwerbsminderungsrente eingeschlossen sein, die leistet, wenn man ganz oder teilweise erwerbsgemindert ist. Staatliche Systeme bieten ebenfalls eine Erwerbsminderungsrente an, allerdings sind die Leistungen oft geringer.

5. Unter welchen Bedingungen zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung die vereinbarte Rente?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt die vereinbarte Rente, wenn vertraglich festgehalten und ärztlich bestätigt ist, dass Sie Ihren Beruf aufgrund von Krankheit oder Unfall voraussichtlich dauerhaft nicht mehr ausüben können.

6. Was versteht man unter einer „gesundheitlichen Beeinträchtigung ausgestaltet“?

Eine „gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet“ beschreibt die spezifischen Bedingungen einer körperlichen oder psychischen Einschränkung, die im Versicherungsvertrag definiert sind und die die Arbeitsfähigkeit ganz oder teilweise einschränken.

7. Wie wird „mindestens 50 Prozent“ in Bezug auf Berufsunfähigkeits- oder Erwerbsminderungsversicherungen bewertet?

„Mindestens 50 Prozent“ bezieht sich auf den Grad der Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Bei vielen Versicherungen muss eine Erwerbsminderung von mindestens 50 Prozent vorliegen, damit die vereinbarte Rente gezahlt wird.

8. Kann ich mich gegen Berufsunfähigkeit versichern, wenn ich gesundheitlich vorbelastet bin?

Personen mit gesundheitlichen Vorbelastungen können es schwerer finden, eine BU-Versicherung abzuschließen. Alternativprodukte wie Grundfähigkeits- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherungen können hier eine Lösung bieten, da sie oft weniger strenge Gesundheitsprüfungen haben.

9. Was ist der Unterschied zwischen berufsunfähig und erwerbsgemindert?

Berufsunfähig bedeutet, dass man seinen zuletzt ausgeübten Beruf voraussichtlich dauerhaft nicht mehr ausüben kann. Erwerbsgemindert hingegen bedeutet, dass man aufgrund von gesundheitlichen Gründen überhaupt nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen einer Erwerbstätigkeit nachgehen kann.

10. Wie wichtig ist es, bei Vertragsabschluss einer Versicherung auf die Definition der Berufsunfähigkeit zu achten?

Es ist äußerst wichtig, beim Abschluss einer Versicherung genau auf die vertraglich festgelegten Definitionen und Bedingungen der Berufsunfähigkeit und der Erwerbsminderung zu achten, da diese bestimmen, unter welchen Umständen die Versicherung zustande kommt.

11. Warum und für wen ist eine BU sinnvoll?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist sinnvoll für jeden, der im Falle einer gesundheitlich bedingten Einschränkung seinen Lebensunterhalt nicht mehr durch seine berufliche Tätigkeit sichern kann. Sie ist besonders für Berufsgruppen mit hohem körperlichen Risiko oder für Personen mit hohem Einkommensverlustpotenzial im Falle einer Berufsunfähigkeit empfehlenswert.

12. Wie hoch sind die Kosten einer BU-Versicherung pro Monat?

Die Kosten einer BU-Versicherung variieren stark und hängen von Faktoren wie dem Alter bei Vertragsabschluss, dem Gesundheitszustand, der Berufsgruppe, der Höhe der abgesicherten Rente und der Vertragslaufzeit ab. Eine pauschale Aussage ist daher nicht möglich, und individuelle Angebote sollten eingeholt werden.

13. Gibt es Alternativen, wenn mein Antrag abgelehnt wird und ich keine BU-Versicherung abschließen kann?

Ja, es gibt Alternativen wie die Erwerbsunfähigkeitsversicherung, Grundfähigkeitsversicherung oder Unfallversicherung, die bei gesundheitlichen Einschränkungen Schutz bieten können. Diese Alternativen haben unterschiedliche Leistungsvoraussetzungen und decken spezifische Risiken ab.

14. Worauf muss ich bei Auswahl und beim Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung achten?

Beim Abschluss einer BU-Versicherung sollten Sie auf die Definition der Berufsunfähigkeit, Ausschlussklauseln, die Höhe und Dauer der Rentenzahlung, die Möglichkeit der Nachversicherung ohne erneute Gesundheitsprüfung und die Stabilität der Beitragssätze achten. Ebenso wichtig ist es, alle Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß zu beantworten.

15. Wann zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die BU-Versicherung zahlt, wenn der Versicherte aufgrund von Krankheit oder Unfall ärztlich festgestellt berufsunfähig ist, im Sinne der vertraglichen Bedingungen. Dies bedeutet in der Regel, dass der Versicherte seinen zuletzt ausgeübten Beruf voraussichtlich dauerhaft, meist mindestens zu 50 Prozent, nicht mehr ausüben kann.