Erwerbsminderungsrente Voraussetzung Höhe Erwerbsunfähigkeitsrente 2020

Wer über keine private Berufsunfähigkeitsversicherung verfügt, der bekommt vom Staat lediglich die gesetzliche Erwerbsminderungsrente. Die gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente kommt nur für Personen in Frage, die vor dem 01. Januar 1961 geboren wurden. Allerdings bietet die Erwerbsminderungsrente einige deutliche Nachteile gegenüber der Berufsunfähigkeitsversicherung, beispielsweise in Hinsicht auf die Höhe der BU Rente sowie der Möglichkeit, in andere Berufe verwiesen zu werden.

Nachteile der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente

Wer nach dem 01. Januar 1961 geboren wurde, der erhält vom Staat im Falle einer Berufsunfähigkeit nur die gesetzliche Erwerbsminderungsrente. Wer vor diesem Stichtag geboren wurde, erhält noch die gesetzliche Berufsunfähigkeitsversicherung. Zwar bietet diese eine höhere Absicherung, ausreichend ist diese jedoch ebenfalls nicht. Während die Rentenhöhe bei eine privaten Berufsunfähigkeitsversicherung individuell angepasst werden kann, beträgt diese bei der Erwerbsminderungsrente maximal 30 Prozent des vorherigen Bruttoeinkommens. Dies gilt jedoch auch nur dann, wenn der Versicherte als vollständig erwerbsunfähig gilt. Andernfalls wird nur eine Rente in Höhe der halben Erwerbsminderungsrente ausgezahlt, also max. 15 Prozent des vorherigen Bruttoeinkommens.

Voraussetzungen für die gesetzliche Erwerbsminderungsrente

Um die gesetzliche Erwerbsminderungsrente zu erhalten, müssen zudem einige spezielle Voraussetzungen erfüllt werden. Dazu gehören unter anderem

  • Anspruch auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente durch Einzahlung in die Rentenkasse seit mindestens 5 Jahren
  • Die Regelaltersgrenze für die Altersrente ist noch nicht erreicht (67 Jahre)
  • Es können keine Tätigkeiten mehr als 6 Stunden am Tag ausgeübt werden
  • Rehabilitationsmaßnahmen können keine Erwerbsfähigkeit wieder herbeiführen
  • Die Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung wurden in den letzten 5 Jahren min. 3 Jahre lang gezahlt

Diese Voraussetzungen gelten jedoch nur für die halbe Erwerbsminderungsrente. Diese liegt in ihrer Höhe deutlich unter der vollen Erwerbsminderungsrente, nämlich bei nur der Hälfte, also 15 Prozent des vorherigen Bruttoeinkommens. Soll eine volle Erwerbsunfähigkeitsrente bezogen werden, so müssen weitere Voraussetzungen erfüllt werden:

  • Es können keine Tätigkeiten mehr als 3 Stunden am Tag ausgeübt werden
  • Es kann keine andere Stelle auf dem Arbeitsmarkt gefunden werden

Antragsstellung bei Erwerbsunfähigkeit

Tritt eine Berufsunfähigkeit ein und der Versicherte möchte die gesetzliche Erwerbsminderungsrente erhalten, so muss diese zunächst durch einen Arzt anerkannt werden. Dies sollte möglichst schnell passieren, da sonst keine Leistungen erfolgen. Folgende 4 Schritte sind bei der Antragsstellung notwendig:

  • Stellung des Antrags auf Erwerbsunfähigkeit
  • Prüfung durch einen Arzt
  • Feststellung der Erwerbsunfähigkeit
  • Bescheid über Rentenauszahlung

Auszahlung der Erwerbsminderungsrente

Die Auszahlung der Erwerbsminderungsrente erfolgt in regelmäßigen Abständen. Je nachdem, wie hoch das vorherige Bruttoeinkommen war, fällt auch die Höhe der Rente unterschiedlich aus. Der früheste Auszahlungstermin liegt dabei bei 6 Monaten nach Antragsstellung. Vorher erhält der Versicherte Krankengeld sowie eine Entgeltfortzahlung seines Arbeitgebers. Die Auszahlung erfolgt dabei immer nur für 3 Jahre und muss anschließend durch einen Arzt erneut bestätigt werden. Allerdings kann diese beschränkte Rente auch in eine dauerhafte Rente umgewandelt werden, wenn keine Besserung des Zustandes des Versicherten möglich ist. Erhält der Versicherte zudem Leistungen aus einer Unfallversicherung, so kann dies die Erwerbsunfähigkeitsrente mindern.